Schoofwäscher-Fasnet – eine gereimte Beschreibung unserer Bräuche

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In dieser Narrenblatt-Beilage von 2019 findet ihr eine gereimte Beschreibung der Stahringer Fasnet, geschrieben von unserem Altmeister Johann Sauter, der in jenem Jahr 95 Jahre (!) alt wurde.

Nemmed eu Zeit, s’dauret e weng mit em Lese! Aber s’rentiert sich!

So isches nämlich!

Stahringer Narrenmarsch

1.

In Stahringen, da ist Fasnacht heut, narri, narri, narro,

da freut sich groß und klein, da kann man närrisch sein.

Und darum singen wir das alte Lied, das von der hoorigen Katz,

und alle singen fröhlich mit, und überall klingt’s mit:

Und wenn die Katz it hoorig ist, dann fängt sie keine Mäuse nicht,

Und wenn die Katz it hoorig ist, dann fängt sie keine Mäuse nicht,

ja, hoorig ist die Katz!

Es lebe hoch die Narretei, es lebe hoch die Narretei,

es lebe hoch die Fasenacht, narri, narri, narro!

2.

In Stahringen, da ist Fasnacht heut, narri, narri, narro,

da freut sich groß und klein, da kann man närrisch sein.

Was gib’s davon, wenn d’schimpfen tust, doch nichts wie graue Hoor,

drum rat ich dir stell sofort um und sing mit uns im Chor:

Nur Speck, Speck, Speck, nur Speck, Speck, Speck, 

das hat doch keinen Zweck, Zweck, Zweck,

es mos emol en Käs her, und wenn er no so räß wär,

gerade so, ja so,

wollen wir heut alle leben, um den Frohsinn euch zu geben,

stimmt alle an, ob dick ob lang:

Es lebe Scherz und Sang!

Narro määääääh!

(Der Narrenmarsch wurde in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts geschrieben. Autor ist der damalige Dirigent der 1935 gegründeten Musikkapelle, Ernst Seebacher aus Stockach. In den Marsch ist der Klepperle-Rhythmus von „Wide-wett-wett- wett“ und „Hoorig ist die Katz“ eingearbeitet. Der Text stammt wahrscheinlich von Fritz Merk.  Wer’s besser weiß, soll’s bitte mitteilen!)

Fasnetsunntig 2010

Fasnetsprichli (Auswahl)

Hoorig, hoorig, 

hoorig isch die Katz!

Und wenn die Katz it hoorig isch,

dann fängt sie keine Mäuse nicht!

Borschtig, borschtig, 

borschtig isch die Sau!

Und wenn die Sau it borschtig isch,

dann gibt sie keine Leberwürscht!

Hau de Katz de Schwanz ab,

haueren aber it ganz ab,

londere no e Stimpli stoh,

dass sie ka spaziere goh!

D’Milleri hät sie hät,

d’Milleri hät sie hät,

d’Milleri hät i d’Suppe gschisse 

und debei de Rock verrisse,

d’Milleri hät sie hät,

Hänsele am Säele,

am Säele hommer di.

Mir lond di numme renne,

bis d’Fasnet umme isch!

Hänsele, du Lumpehund,

häsch it gwisst, dass d Fasnet kunnt,

hettesch s’Muul mit Wasser griebe,

wär ders Geld im Beutel bliebe!

D’Fresch, d’Fresch, d’Fresch,

des isch e luschtigs Chor,

die ka mer it rasiere,

die hond jo koni Hoofe!

Alti Wieber und Ente

schnadderet uf em See,

und wenn mer’s will versenke, 

denn schreied sie OJE!

Des Schoof isch schwaarz, des Schoof isch schwaarz,

Schäfer dues i d’Gelte!

Leer Wasser drii, due Soepfe draa, mosch birschte we en Wilde!

Des wird it wieß, des wird it wieß, Schäfer mosch di schämme!

Des Schoof bliebt schwaarz, des Schoof bliebt schwaarz,

lass es wieder renne!

D’Schäfle, d’Schäfle,

d’Schäfle, die hond’s schä,

die werred immer gschtriechlet

und schreied NARRO MÄH!

Narro määääääh!