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Corona-Narrenblatt 2021

Corona hat uns dieses Jahr die Fasnet total verhagelt. Die meisten vom Zunftrat geplanten regelkonformen Aktionen sind, zum teil ganz kurzfristig, „von oben“ verboten worden.

Im Vorfeld hatten wir eine größer Diskussion:

Machen wir überhaupt ein Narrenblatt?

Da im Corona-Jahr 2020 kaum Veranstaltungen, große Familienfeste oder Urlaubsreisen stattfanden, fielen jede Menge Gelegenheiten, „was anzustellen“ weg. Das Narrenblatt würde also eher dünn ausfallen.

Wir beschlossen, auf jeden Fall mal, zu „losen“. Das konnten wir diesmal natürlich nicht mit Hausbesuchen, sondern lediglich telefonisch erledigen. So kamen doch einige Themen zusammen, aber bei weitem nicht so viele, wie sonst.

Einige Redaktionsmitglieder befürchteten, dass auch 2021 als Corona-Jahr wenig an Themen bieten wird, so dass wir zweimal hintereinander ein dünnes Narrenblatt haben würden. 

Nächste Frage: Dürfen wir das Narrenblatt bei der aktuell gültigen Ausgangssperre überhaupt verkaufen? Der Zunftrat fragte beim Ordnungsamt nach und bekam schließlich die Erlaubnis, das Narrenblatt zusammen mit der Suppe gegen Vorbestellung auszuliefern. Zusätzlich könnte man es in den örtlichen Geschäften auslegen.

Der Zunftrat legt in seiner virtuellen Sitzung vom 20.01. großen Wert darauf, dass das Narrenblatt gemacht wird, eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten, wenigsten ein bisschen die Fasnet in die Häuser zu bringen. Ganz egal, wenn es auch dünner ausfallen sollte als sonst!

Also: Wir gehen es an!

Chefredakteur raz macht sich Gedanken, wie man die Endredaktion im Home-Office durchführen kann.

Ja, und so wird wie sonst im Vorfeld daheim gedichtet und gemacht.

Tag der Endredaktion, Freitag, 29.01.

Wie immer beginnen Rainer und Iris um fümfe, Iris kann über Teamviewer wie von Zauberhand von Radolfzell aus an Rainers Rechner in Esslingen arbeiten. Sie fügt wie immer die Texte und Bilder ins Layoutprogramm ein.

Um 18 Uhr gibt es die erste Live-Konferenz.

Wie man sieht, ist die Stimmung gut. 

Andrea macht die Werbung, Jens und Jane sind am Dichten. Jeder bei sich daheim halt.

Nach dem Absprechen des Ablaufs und einem Schwätzle allgemein gehen alle wieder an die Arbeit.

Alle zwei Stunden schaltet man sich zu einer kleinen Gesprächsrunde zusammen und bespricht Zwischenergebnisse. Und Schpässle werred au gmacht!

Ab 22 Uhr geht man, wie sonst auch in der Zunftstube,  auch noch an ein gemeinsames Redaktionsgedicht. Über den geteilten Bildschirm kann jeder mitgucken, wie weit das Werk gerade ist.

Am Samstag geht es wie immer ab 10 Uhr weiter. Diesmal sind ein paar mehr Redakteure zugeschaltet. Auch heute treffen sich alle nach etwa zwei Stunden zu einem kurzen gemiensamen Schwatz.

Und Bohne und Gnepfle gibt es natürlich auch. Wer hat, der hat ….

Irgendwann trifft das von Rolf gestaltete Corona-Titelbild ein.

Und so geht es flott voran. Gegen 15 Uhr können die Dichter aufhören, nur noch Rainer (Zeichner und Organisierer) und Iris (Layouterin) haben zu tun.

Es werden dann doch wieder 56 Seiten, also ein Umfang, wie in den letzten Jahren auch! Toll!

Die anderen bleiben, wie sonst auch, noch ein wenig dabei, trinken Most oder sonstwas und halten die beiden noch Arbeitenden bei Laune. Aber irgendwann verabschieden sich die meisten.

Iris hat an diesem Tag auch noch Geburtstag! Rainer schickt sie um 22 Uhr in den Feierabend (Im wörtlichen Sinn: Sie soll am Abend noch ein bissle feiern!) und er macht noch bis halb eins weiter.

Sonntag, 13 Uhr:

Die von Andrea inzwischen fertiggestellte Werbung trifft ein. Rainer importiert sie noch ins übrige Werk und macht sich frohgemut an das Zusammenstellen der Seitenreihenfolge. Im Lauf den Nachmittags sollen die Daten an die Druckerei hochgeladen werden.

Dann passiert der Super-GAU: Bei den letzten Arbeiten hängt sich plötzlich das Programm auf und alle 56 Seiten sind weiß! (Weißer gehts nicht!)

Leider lassen sie sich NICHT wiederherstellen, trotz vieler Versuche über mehrere Stunden.

Um 16.30 Uhr die Erkenntnis: S’nitzt alls nint, mir fanged vu vorne a!

Um 17 Uhr ist digitale Zunftratsitzung und Rainer berichtet dem Rat von dem Missgeschick.

Um 18 Uhr klinkt er sich aus der Sitzung aus und beginnt mit der Erstellung des „Schoofwäscher 2021.2“

Andrea und vor allem Iris unterstützen ihn dabei. In einer Nachtaktion bis 1 Uhr und einer weiteren Gewaltaktion am Montag (wieder bis in die Nacht hinein) wird alles wiederhergestellt, so wie es (ungefähr) vorher war.

Und am Dienstag können die Daten wirklich zur Druckerei hochgeladen werden. 

Die Druckerei hält den versprochenen Termin Freitag ein und Rainer kann es wie gewohnt an diesem Tag abholen.

Nur ist dann leider kein Zunftabend, und das Vorlesen aus der aktuellen Ausgabe muss in der eigenen Bütt daheim erfolgen!

Olav freut sich über sein Redakteursblättle. Auch wenn’s falsch rum ist.

Ah, so rum! 

Etz schtimmts!

Wir freuen uns auf die nächste Endredaktion. Dann hoffentlich wieder in der Zunftstube!